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Hochmanipulative und dissoziale Patienten – Zwischen therapeutischem Auftrag, Gefährdung und Selbstschutz
18.09.2027, 09:00 - 16:00
Zusammenfassung
Inhalt
Hochmanipulative und dissoziale Patienten stellen Psychotherapeuten vor besondere diagnostische und therapeutische Herausforderungen. Der Workshop behandelt Persönlichkeitsstörungen, Psychopathie und deren Bedeutung für Behandelbarkeit, Beziehungsgestaltung und Rückfallrisiko. Vorgestellt werden die Psychopathy Checklist-Revised (PCL-R) sowie Grundlagen strukturierter Gefährdungseinschätzungen mittels Structured Professional Judgment und HCR-20. Im Mittelpunkt stehen Täuschung, Manipulation, Grenzüberschreitungen, scheinbare Therapiekooperation und professionelle Selbstschutzstrategien.
Methoden
Fachliche Impulse, klinische und forensische Fallbeispiele, strukturierte Fallanalysen, praktische Übungen zur Risikoeinschätzung, Reflexion eigener Reaktionen und kollegialer Austausch.
Ziel/Nutzen
Die Teilnehmer gewinnen Sicherheit bei der diagnostischen Einordnung dissozialer und psychopathischer Merkmale sowie der Einschätzung möglicher Gefährdungen. Sie lernen, therapeutische Grenzen bewusster zu gestalten, realistische Behandlungsziele zu entwickeln und Risikofaktoren systematisch zu berücksichtigen. Konkrete Anregungen stärken die professionelle Handlungssicherheit und den Selbstschutz in anspruchsvollen Behandlungssituationen.
Weitere Hinweise
Die PCL-R und der HCR-20 werden hinsichtlich ihrer Grundlagen, Aussagekraft und Grenzen vorgestellt.
Zielgruppe
Psychologische Psychotherapeut:innen
Ärztliche Psychotherapeut:innen
Fachärzt:innen für Psychiatrie und Psychotherapie
Fachärzt:innen für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Psychotherapeut:innen in Weiterbildung
Über den/die Referent:in
Dr. Gilda Giebel
Gilda Giebel ist promovierte Psychologin mit Schwerpunkt Forensische Psychologie, Gewaltforschung und Gefährlichkeitseinschätzung. Von 2016 bis 2022 arbeitete sie als forensische Psychologin in der Sicherungsverwahrung der Justizvollzugsanstalt Tegel in Berlin. Dort erstellte sie Rückfallrisikoprognosen für Gewalt- und Sexualstraftäter, begutachtete Lockerungsentscheidungen und führte kriminaltherapeutische Behandlungen durch. Zuvor forschte sie an der Universität Konstanz unter anderem im interdisziplinären Projekt TARGET zu zielgerichteter schwerer Gewalt und zur Einschätzung von Amokdrohungen. Ihre Promotion zum Dr. rer. nat. schloss sie 2013 an der Universität Konstanz ab.