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Hypnotherapeutische und systemische Ansätze bei Depressionen und Burnout
Zusammenfassung
Depressionen gehören zu den am häufigsten zu behandelnden Symptomen in der Psychotherapie. Zudem gibt es immer mehr Menschen, die einen Burnout erleben.
Klienten mit Depressionen oder einem Burnout befinden sich in klassischen Problemtrancen und erkennen oft weder die Beziehung zwischen ihrer Lebenssituation und ihrer Symptomatik noch sehen sie Möglichkeiten, ihre Lebensumstände zu ändern. Therapeutische Angebote werden oft abgelehnt oder entwertet: "bringt nichts, geht nicht, hat nichts genützt".
Dieses Seminar bietet systemische und hypnotherapeutische Techniken, die zur Behandlung von Klienten mit Depression oder einem Burnout eingesetzt werden können. Es präsentiert effektive Methoden und zeigt Wege aus der Problemtrance. Zentral ist ein grundlegendes Verständnis der Depression als Ansammlung emotionaler Minuskonten und als Notfallreaktion, um weitere Minusgeschäfte zu vermeiden, ein Konzept, das psychoanalytisches Wissen und kognitive sowie verhaltenstherapeutische Ansätze mit systemischen und hypnotherapeutischen Konzepten integriert.
Das Seminar behandelt nicht nur die klassischen reaktiven Depressionen, sondern bietet auch Ansätze zur Behandlung chronischer Depression. Depressive Patienten haben die Überzeugung, nichts an ihrer Situation ändern zu können. Es fehlt ihnen die Kompetenzerfahrung, dass ihre Handlungen und Entscheidungen ihre Stimmung beeinflussen. Diese Kompetenzerfahrung lässt sich in Trance herstellen.
Inhalte werden unter anderem sein:
Was tun, wenn der Klient ...
a: keine Begründung für depressive Gefühle angeben kann ("eigentlich habe ich ja alles") oder den Therapeuten mit Generalisierungen lähmt ("hat ja doch alles keinen Sinn")
b: keine Verantwortung für seine Situation übernimmt und sich beständig als Opfer wahrnimmt
c: klagt und ambivalent gegenüber Veränderungen ist und Vorschläge des Therapeuten ablehnt oder boykottiert.
d: ohne Hoffnung auf Veränderung ist und keine Perspektiven entwickeln kann
e: er mit Suizid droht
f: sich in einem akuten Burnout befindet
Es werden typische Burnout-Fallen erläutert und beschrieben, wie man einen Burnout und die Entstehung von Depression vermeiden kann. Darüber hinaus bietet das Seminar Strategien für den Therapeuten, um sich selbst davor zu schützen, in den Sog der Depression zu geraten und bei der Arbeit mit Depression erschöpft und ausgebrannt zu fühlen. Frei nach Milton Ericksons Devise: "don't work harder than the client", zeigt Ortwin Meiss, wie man mit dieser Patientengruppe leicht und ohne Anstrengung arbeitet.
Weitere Informationen
Es wurden Fortbildungspunkte bei der Psychotherapeutenkammer beantragt, welche auch für Mitglieder der Ärztekammer anerkannt werden.
Über den/die Referent:in
Ortwin Meiss
Dipl.-Psych. Ortwin Meiss ist Ausbilder der Milton Erickson Gesellschaft und Leiter des Milton Erickson Institut in Hamburg. Er arbeitet als Psychotherapeut und Coach in eigener Praxis. Schwerpunkte seiner Arbeit sind die Behandlung von traumatisierten Patienten, Personen mit psychosomatischen Störungen und chronischen Schmerzen, Patienten mit Scham- und Schuldproblemen sowie Depressionen und Burnout. Er coacht Führungskräfte, Sportler, Musiker und Künstler.
Veröffentlichungen in psychotherapeutischen Fachzeitschriften.
Autor des Buches "Hypnosystemische Therapie bei Depression und Burnout" Carl Auer Verlag 2026, 7. Auflage