Sexuelle Störungen und Probleme: Eine entwicklungsorientierte Therapie
Zusammenfassung
Laut Studien leiden ca. 1/3 aller Menschen unter sexuellen Störungen. Damit einher gehen oft Einsamkeit und die Vorstellung, sich nicht intim mit einem anderen Menschen verbinden zu können. Betroffene finden oft kaum professionelle Anlaufstellen und Unterstützungsmöglichkeiten. Die Hemmung, sich mit sexuellen Themen zu beschäftigen, scheint auch unter vielen Therapeut*innen und Psychotherapeut*innen noch hoch. Vielfach setzt man in der Sexualtherapie weiterhin auf Übungen, von denen man sich bei regelmäßiger Umsetzung Erfolg verspricht – die innere Haltung und das emotionale Geschehen Betroffener, die entscheidenden Faktoren, bleiben oft unberücksichtigt.
In diesem Live-Seminar wird eine Perspektive auf sexuelle Probleme und Störungen entwickelt und angewendet, die ein entwicklungsorientiertes therapeutisches Vorgehen ermöglicht. Eine Störung ist hier das, was „stört“. Und so soll der noch heute gängige Begriff der „sexuellen Funktionsstörungen“ hinterfragt werden, um die innerpsychische Funktion sexueller Störungen in wertschätzender Weise integrierbar zu machen. Praktische therapeutische Vorgehensweisen werden erfahrbar demonstriert und umgesetzt, so dass diese in der eigenen Praxis angewendet werden können.
Über den/die Referent:in
Robert Coordes
Robert Coordes ist Psychologe und leitet das Berliner Institut für Beziehungsdynamik. Er ist seit mehr als 20 Jahren in den Bereichen Sexualtherapie, Paartherapie und Körperpsychotherapie tätig. Schwerpunkte seiner Arbeit sind sexuelle Störungen bei Männern wie Ejaculatio praecox und Erektile Dysfunktion sowie sexuelle Unlust in Paarbeziehungen. Vor diesem Erfahrungshintergrund ist die Beziehungsdynamische Paar- und Sexualtherapie entstanden, ein Ansatz, der Menschen differenzierungsbasiert und entwicklungsorientiert dabei unterstützen will, tabuisierte Inhalte in Beziehung und Selbstbeziehung zu erkennen und zu integrieren.