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Autismus – zwischen Neurobiologie und Psychodynamik
Zusammenfassung
Die Diagnose Autismus wird immer häufiger gestellt – u. a. durch erweiterte Diagnosekriterien und einen deutlich verbesserten Wissensstand über autistische Wahrnehmung und Kompensation.
Warum ist es wichtig, Autismus zu verstehen? Für den betroffenen Menschen, Bezugspersonen wie auch begleitende Therapeut*Innen?
Das nach außen sichtbare Bild wie auch das innere Erleben werden geprägt vom vorliegenden neurobiologischen Mosaik, der Persönlichkeit, den Prägungen des bisherigen Lebens und der resultierenden Psychodynamik wie auch kognitiven Voraussetzungen zur Kompensation.
Und dieses Bild gilt es immer wieder individuell zu verstehen.
Lernziele des Seminars:
• Autistische Wahrnehmung und Verarbeitung besser verstehen lernen
• Auswirkungen autistischer Verarbeitung auf strukturelle Kompetenzen
• Verständnis für Kommunikationsprobleme zwischen autistischen und nicht-autistischen Menschen als Ausdruck fehlender „kommunikativer Passung“
• Entwicklung eines Stärkenorientierten Blickes auf typisch autistische Eigenschaften
• Versuch einer Abgrenzung von bei Autismus und ADHS ähnlich aussehenden Schwierigkeiten
• Gemeinsames Auftreten von Autismus und ADHS (AuDHS) als eigenes „neurodivergentes Mosaik“ kennenlernen mit den resultierenden (auch diagnostischen) Schwierigkeiten
• Implikationen autistischer Wahrnehmung und Kommunikation für therapeutische Ziele und „therapeutische Sprache“
Das Seminar wird – da es von einer autistischen Therapeutin gehalten wird – sehr stark den Fokus auf die autistische Perspektive und das Erleben des eigenen So-Sein in Abgrenzung zur nicht-autistischen Welt legen.
Für diese Fortbildung sind 8 Fortbildungspunkte bei der Ärztekammer beantragt.
Über den/die Referent:in
Tina Müller-Schewe
ist ärztliche, tiefenpsychologisch fundiert ausgebildete Psychotherapeutin, die seit 11 Jahren im ambulanten Zentrum für Psychosomatische Medizin in Freiburg tätig ist. Seit einer späten Diagnose als Autistin vor 6 Jahren arbeitet sie in Einzel- wie auch Gruppentherapie vor allem mit neurodivergenten Klient*Innen mit einem Fokus auf Autismus. Supervisorisch unterstützt sie Kolleg*Innen dabei, die psychodynamische Brille zu ergänzen mit der neurobiologischen.
Dies ist es für sie von größter Bedeutung, da erst in der wirklichen Zusammenschau wirkliches, heilsames Verstehen entsteht.
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