Zusammenfassung
Bei der Diagnostik von Persönlichkeitsstörungen hat in den letzten Jahren ein Wandel von kategorialen hin zu dimensional ausgerichteten Modellen stattgefunden, der sich sowohl im DSM-5 als auch in der ICD-11 widerspiegelt. Das DSM-5 beinhaltet zusätzlich zur kategorialen Klassifikation von Persönlichkeitsstörungen neu das Alternative Modell zur Diagnostik von Persönlichkeitsstörungen (AMPD). Auch die ICD-11 enthält ein komplett neues Modell für die Diagnostik von Persönlichkeitsstörungen, welches deutliche Parallelen zum AMPD des DSM-5 aufweist. Entsprechend dieser Entwicklung wird mit dem SCID-5-AMPD ein neues diagnostisches Verfahren publiziert, mit dem Persönlichkeitsstörungen nach dem Alternativen Modell des DSM-5 diagnostiziert werden können. Das halbstrukturierte Interview wird bei Erwachsenen ab 18 Jahren eingesetzt. Es stellt eine stärker dimensional ausgerichtete Alternative zum (kategorial ausgerichteten) SCID-5-PD dar, mit dem Persönlichkeitsstörungen nach dem kategorialen Ansatz des DSM-5 diagnostiziert werden. In diesem ganztägigen Webinar erhalten Sie von Frau Dr. Katrin Bruchmüller in kurzer Zeit eine fundierte theoretische und praktische Einführung in das SCID-5-AMPD und erlernen ausführlich die Anwendung. Das Ziel der Veranstaltung besteht darin, das Interviewverfahren danach eigenständig bei Patienten durchführen zu können. Folgende Webinarinhalte werden besprochen:
- Unterschiede zwischen der kategorialen und dimensionalen Diagnostik von Persönlichkeitsstörungen
- Vorstellung der neuen Modelle zur Persönlichkeitsdiagnostik nach ICD-11 undDSM-5
- Abgrenzung zwischen SCID-5-PD und SCID-5-AMPD
- Aufbau der drei Module des SCID-5-AMPD
- Detaillierte Besprechung der Durchführung des SCID-5-AMPD und der Beurteilung der Patientenantworten
- Auswertung des Interviews und Interpretation der Ergebnisse
Anschließend wird die Anwendung des SCID-5-AMPD mit Fallbeispielen geübt. In der Großgruppe werden allgemeine Fragen besprochen und die Erfahrungen mit den Fallbeispielen reflektiert.
Über den/die Referent:in
Dr. Katrin Bruchmüller (Dipl.-Psych.)
Dr. Katrin Bruchmüller (Dipl.-Psych.) studierte Psychologie an der Universität Tübingen und promovierte an der Universität Basel bei Prof. Margraf & Prof. Schneider zur Frage der Verlässlichkeit klinisch-psychologischer Diagnostik in der Praxis. Sie ist Psychologische Psychotherapeutin (Verhaltenstherapie) und arbeitet zurzeit als Lehrbeauftragte sowie als Therapeutin in eigener Praxis. Sie ist Dozentin für klinisch-psychologische Diagnostik an der Universität Basel im Bachelor- und Masterstudiengang für Psychologie und am Institut für Psychotherapieausbildung der LMU München (MUNIP).
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