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Geschlechtsdysphorie im Kindes- und Jugendalter: Konstruktvalidität, Evidenzlage medizinischer Interventionen und ethische Einordnung
Zusammenfassung
Geschlechtsdysphorie (GD) im Kindes- und Jugendalter ist ein klinisch wie wissenschaftlich anspruchsvolles Phänomen, dessen Einordnung mit erheblichen konzeptionellen und praktischen Herausforderungen verbunden ist. Es handelt sich um ein heterogenes klinisches Phänomen, dem unterschiedliche Entwicklungsverläufe und mögliche Ursachen zugrunde liegen können. Entsprechend erfordert die Einordnung eine differenzierte Betrachtung unter Berücksichtigung entwicklungspsychologischer, psychopathologischer und sozialer Faktoren.
Das Webinar zielt darauf ab, das Phänomen der Geschlechtsdysphorie im Kindes- und Jugendbereich differenziert darzustellen und zentrale Aspekte der wissenschaftlichen Einordnung kritisch zu beleuchten. Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage, inwieweit es sich um ein tragfähiges klinisches Konstrukt handelt und welche Grenzen sich daraus für diagnostische und medizinische Entscheidungen im Entwicklungskontext von Minderjährigen ergeben.
Darüber hinaus wird die aktuelle Evidenzlage zu medizinischen Interventionen im Kindes- und Jugendalter dargestellt. Dies betrifft insbesondere den Einsatz einer Pubertätsblockade sowie der Gabe gegengeschlechtlicher Hormone unter Berücksichtigung von Wirkungen, Risiken und langfristigen Auswirkungen.
Ein weiterer Fokus liegt auf der ethischen Betrachtung: Welche Anforderungen ergeben sich aus dem ärztlichen Handlungsauftrag, insbesondere im Spannungsfeld zwischen Autonomie, Nichtschadensprinzip und Entscheidungsfindung bei Minderjährigen?
Weitere Informationen
Schwerpunkte des Webinars
- Einordnung der Geschlechtsdysphorie im Kindes- und Jugendalter
- Analyse zentraler Aspekte der Konstruktvalidität bzgl. einer GD im Entwicklungsverlauf
- Aktuelle Evidenzlage zur Pubertätsblockade und zur gegengeschlechtlichen Hormongabe bei Kindern und Jugendlichen
- Ethische Aspekte im Kontext medizinischer Entscheidungen bei Minderjährigen mit GD
Zielgruppe
Das Webinar richtet sich an Psychotherapeuten, Ärzte und weitere Fachkräfte, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten und eine wissenschaftlich fundierte, differenzierte Perspektive auf dieses kontrovers diskutierte Themenfeld gewinnen möchten.
Über den/die Referent:in
Prof. Dr. med. Florian Daniel Zepf
Prof. Dr. med. Florian Daniel Zepf ist Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie und Klinikdirektor und Lehrstuhlinhaber für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Universitätsklinikum Jena, einem der sechs kompetitiv ausgewählten Standorte des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit (DZPG). Er ist der Rezipient mehrerer internationaler Auszeichnungen, so zum Beispiel dem „Young Minds in Psychiatry Award“ der American Psychiatric Association (APA) und dem „Donald J. Cohen Fellowship Award“ der International Association for Child and Adolescent Psychiatry and Allied Professions (IACAPAP). Prof. Zepf ist auf dem Gebiet der Geschlechtsdysphorie im Kindes- und Jugendalter international ausgewiesen. Zu seinen weiteren klinischen Interessen und zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören u.a. ADHS, depressive Störungen, Essstörungen und Aspekte der Neurotransmission bei psychischen Symptomen.
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