Corona und die Folgen für die Psyche: Stehen wir wirklich vor einer Welle psychischer Störungen?

Thorsten Padberg

Wir haben uns lange schon daran gewöhnt, heftige Reaktionen auf negative Ereignisse als Ausdruck einer kranken Psyche anzusehen. Als wäre die Pandemie nicht genug, stehen wir jetzt auch noch vor einem Tsunami. Das Frühwarnsystem des Royal College of Psychiatry, die wichtigste Psychiaterorganisation Großbritanniens, schlug früh schon Alarm: Mit der Infektionswelle würden auch unsere psychologischen Beratungsstellen überflutet werden. Das Virus greife nicht nur unsere Lunge an, sondern auch unsere Psyche. Stets dabei im Mittelpunkt: die Depression. Inzwischen gibt es erste Daten zu den Auswirkungen der Pandemie. Wie steht es wirklich um die psychische Lage der Nation? Und wie reagieren wir am besten auf diejenigen, die durch Krankheit, Angst und Einsamkeit in Not geraten sind? Jedes schwere Leid als Angsterkrankung oder Depression zu bezeichnen macht gerade in der Krise wenig Sinn. Der Vortrag warnt vor zu kurzen Schlüssen im Umgang mit dem Leid in der Not der Pandemie und zeigt mögliche Alternativen auf.

Fortbildungspunkte: 3

Wann: 23.05.2022, 18:00Uhr

Preis: 60,00€

Über Dozent:

Thorsten Padberg, Jahrgang 1969, arbeitet seit mehr als 15 Jahren als Verhaltenstherapeut in Berlin und ist Dozent für Verhaltenstherapie an der Psychologischen Hochschule Berlin. Er ist bekannt durch den Podcast »Therapieland« im Deutschlandfunk Kultur, der von »Zeit Online«, dem Bayrischen Rundfunk und Deezer zu den besten Podcasts 2019 gezählt wurde. 2020 erhielt »Therapieland« den Deutschen Sozialpreis und den Medienpreis der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Thorsten Padberg hat außerdem u.a. im »Zeit-Magazin«, in »Psychologie Heute« und im »Psychotherapeutenjournal« publiziert. Von ihm erschien zuletzt das Buch „Die Depression-Falle“ bei S. Fischer-Verlage.